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Wir wissen natürlich nicht ganz genau, wie hoch das Wasser im Jahre 1480 an dem Ort, wo der Findling jetzt aufgestellt ist, gestanden hat.
Historisch überliefert von diesem Jahrhunderthochwasser im Sommer 1480 ist lediglich die Situation im Kloster von Günterstal. Die Nonnen mussten sich dort vor den Fluten über die Fenster auf einen nahe gelegenen Hügel retten. In den Annalen wird berichtet, dass die Flutwelle Grabsteine herausriss, und viele Tiere ertranken.
Hier sieht man die Situation auf dem Gemarkungsplan der Stadt Freiburg, der deutlich später (1698) veröffentlicht wurde: Der Bohrerbach teilte sich von Freiburg kommend am Eingang des Klostergeländes in zwei Arme auf und hatte eine Parallelführung im Silberbach.

Im ausladenden Tal konnte sich das Wasser großflächig ausbreiten, und die Flutwelle nahm dadurch an Höhe und Wucht deutlich ab.
Zwischen Wonnhalde und der Dreisam standen nur wenige Häuser, die der Flut damals
schutzlos ausgeliefert waren. Heute wäre das nicht viel anders. Ohne Hochwasserschutz würde der ganze Stadtteil Wiehre von einem Hochwasser, das statistisch alle 100 Jahre auftritt, enorm geschädigt werden. Insbesondere stünde die Eisenbahnverbindung zwischen Freiburg und Titisee komplett unter Wasser.
Viele erinnern sich vielleicht noch an das Hochwasser im Jahre 1991. Das war bei weitem kein Jahrhunderthochwasser, führte aber trotzdem zu großen Schäden an vielen Häusern in der Wiehre.
Grund genug also für die Stadt Freiburg, hier einen Teil eines übergreifenden Hochwasserschutzes zu errichten. Das heutige Becken ist in der Lage, die riesige Wassermenge von 40.000 Kubikmetern aufzustauen, um sie anschließend kontrolliert wieder in den Bohrerbach einzuleiten.
