Ja!
Wenngleich nicht ganz so wie in anderen Teilen des Schwarzwaldes, wo das Holz bis zum Rhein und von dort nach Holland geflößt wurde. Einen Holländer-Michel hat es am Bohrer nicht gegeben.
Der Bohrerbach war übrigens die erste Floßstraße in Freiburg, die Dreisam kam erst später.
Das Holz diente seit dem 16. Jahrhundert ausschließlich der Versorgung der Stadt Freiburg und ihrer Bewohner mit diesem wertvollen Rohstoff.
Ihren Höhepunkt fand die Flößerei im Jahr 1735, als sogar 10.000 Festmeter Holz jährlich aus den Waldungen in Richtung Freiburg befördert wurden. Die Flößerei endete um 1813 nach einem großen Hochwasser, das die Floßkanäle zerstörte.
Die Reise der Stämme endete in Sichtweite von hier, an der Wonnhalde oder Leime, wie das Gewann früher wegen seines Lehmvorkommens genannt wurde. Aber auch das erst nach 1788. Mit großem Aufwand wurden damals Felsen und Steine aus dem Bachbett entfernt, Krümmungen beseitigt und die Ufer befestigt.
Die Arbeiten der Flößer – das ware meist Tagelöhnern aus Günterstal, Freiburg und Umland – waren von viel Tumult begleitet, der zu heftiger Gegenwehr der Zisterzienserinnen des damaligen wichtigen Günterstäler Klosters führte.
Weitere Einzelheiten:
Karin Groll-Jörger, Günterstal Band I, Von der Säkularisation bis zur Eingemeindung (1806-1890), Lavori 2013
Karin Groll-Jörger, Günterstal und seine Matten im Spiegel der Geschichte, Lavori Verlag 2016.
